Im Depot der Autostadt stehen sie aufgereiht – eine Galerie der Superstars: rund 20 Bugatti-Modelle, die man sonst kaum zu Gesicht bekommt. In der Halle ist es fast still. Nur das gedämpfte Surren von Werkzeugen im Hintergrund verrät, dass hier gearbeitet wird. Viele der Fahrzeuge sind Prototypen oder Testfahrzeuge. Technische Etuden, die zeigen, wie Bugatti dachte: mutig, präzise, immer ein Stück weiter als der Zeitgeist. Die Fahrzeuge werden hier regelmäßig bewegt, gepflegt und fahrbereit gehalten. So können sie im Zeithaus oder in den Markenpavillons gezeigt werden. Automobile Leidenschaft, die stets lebendig bleibt.
Gleich vorn fällt der Bugatti Typ 35 ins Auge, ein puristischer Rennwagen der 1920er-Jahre, geplant und gebaut mit sicherem Gespür. Leicht, klar, kompromisslos. Bis heute gilt er als Inbegriff der frühen Bugatti-Philosophie. Ein paar Schritte weiter ruht sein Gegenpol in sich: der monumentale Typ 41 Royale. Maestro Ettore Bugatti wollte damit das edelste Auto seiner Zeit bauen: über zwölf Liter Hubraum, über vier Meter Radstand. Ein Wurf zwischen Genie und Größenwahn.
Nur ein kleines Stück weiter sorgt der Anblick eines Supersportwagen für Verwirrung: ein gelber Lamborghini Diablo SV. Ein Kuckucksei? Wer genauer hinsieht, entdeckt ein Experiment. Dieser „Muletto“ – also Maulesel – diente als rollendes Labor, in dem Bugatti den späteren W16-Motor des Veyron unter realen Bedingungen testete. Von außen italienische Power, unter der Haube Bugatti-Gene.